Lexikon · jeder Begriff mit einer Zahl aus dem Test

Trading-Lexikon in Zahlen

Kurze Erklärungen der Begriffe, die dir im Backtest, beim Broker und in den Regeln der Prop-Firmen begegnen. Zu jedem Begriff gibt es eine Zahl aus unseren Tests, damit sichtbar wird, wie er sich auf echten Daten verhält.

Die Zahlen stammen aus den veröffentlichten Kapiteln des Strategie-Friedhofs und beziehen sich auf unsere Rekonstruktionen auf unseren Daten, nach Kosten.

Begriffe in der Praxis

9 Min. Lesezeit

Was ist 1R und wie berechnet man den Erwartungswert im Trading?

1R ist der Betrag, den du am Stop verlierst. Das Ergebnis eines Trades geteilt durch 1R ergibt R, der Durchschnitt einer Serie schätzt den Erwartungswert. Mit dieser einen Einheit vergleichst du jeden Trade und jede Strategie, unabhängig von Konto- und Positionsgröße.

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8 Min. Lesezeit

Was ist ein Trailing Drawdown? EOD und Intraday erklärt

Ein Trailing Drawdown ist ein nachziehendes Gesamtverlustlimit: eine Grenze, die dem bisher höchsten Stand des Kontos nach oben folgt und nie wieder sinkt. Milder ist die Variante zum Tagesschluss (EOD): Sie zählt nur den Kontostand nach Tagesende, die Variante im Tagesverlauf (Intraday) jedes Hoch. In unserer Simulation bestanden dieselben Trades ohne Vorteil die Phase 51-mal von 100 mit statischem Limit und 41-mal mit nachziehendem EOD-Limit.

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10 Min. Lesezeit

Tagesverlustlimit (Daily Drawdown): vom Kontostand oder vom Startkapital, und wann ist der Reset?

Das Tageslimit zählt vom Stand des Kontos beim Tagesreset, meist vom Kontostand oder vom höheren Wert aus Kontostand und Equity; geprüft wird die Equity. Meist ist der Reset um Mitternacht Serverzeit oder um 17:00 Uhr in New York. In Mitteleuropa ist das 23:00 Uhr, in den Wochen der versetzten Zeitumstellung 22:00 Uhr. Ob der Betrag vom Startkapital oder vom Kontostand zählt, änderte in unserer Simulation nur bei einem Limit von genau drei Stops etwas. Eine Pause bis Tagesende statt Kontoverlust hob die Bestehenschance von 32 auf 54 %.

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9 Min. Lesezeit

Ist Trading Glücksspiel? So prüfst du, ob dein Ergebnis Zufall ist

Glücksspiel ist ein Spiel mit negativem Erwartungswert ohne Einfluss auf die Chancen. Trading ohne Vorteil nach Kosten ist ihm mathematisch ähnlich. Durchschnittlich bringt es vor Kosten null, und nach Kosten verliert es im Schnitt so viel, wie ein Trade kostet. Trading mit einem Vorteil nach Kosten ist in diesem Sinn kein Glücksspiel. Die Frage lautet also nicht „ob“, sondern „unterscheidet sich deine Serie vom Zufall?“. Das lässt sich mit Zahlen prüfen.

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Ergebnis und Statistik

R (Risikoeinheit)

Das Ergebnis eines Trades in Vielfachen des Risikos: −1 R ist ein Verlust in Höhe des Abstands zum Stop, +2 R der doppelte Gewinn. So lassen sich Trades mit verschiedenen Stops vergleichen; ein Verlust über −1 R bedeutet eine Kurslücke oder Slippage.

In unseren Tests
Im Test der Kanalausbrüche ergaben 7.523 Trades auf Gold und acht Indizes zusammen +149 R, obwohl jedes Instrument einen anderen Kurs und einen anderen Stop hat (Kapitel 1).

Kommt vor in den Kapiteln: 1, 2, 5, 7, 10, 12, 14, 16 · Mehr: Was ist 1R und wie berechnet man den Erwartungswert im Trading? · Prüf es selbst: Glück oder Vorteil?

Erwartungswert

Das durchschnittliche Ergebnis eines Trades, am besten in R und nach Kosten. Ein positiver Durchschnitt ist erst der Anfang: Du musst noch prüfen, ob er nicht Zufall ist.

In unseren Tests
In der Suche über 1.344 Varianten mit über einer Million Trades in den Jahren 2018–2022 ergab der durchschnittliche Trade −0,060 R, denn die Kosten tun ihr Werk (Kapitel 7).

Kommt vor in den Kapiteln: 5, 7, 10, 12, 14, 45, 54 · Prüf es selbst: Glück oder Vorteil?

Vorteil (Edge)

Ein positiver Erwartungswert nach allen Kosten, der sich außerhalb der Stichprobe wiederholt, in der er gefunden wurde. Eine positive Reihe ist erst ein Kandidat: Vom Glück trennen ihn die Zahl der Trades, das Ergebnis ohne die besten Trades und der Vergleich mit zufälligen Einstiegen.

In unseren Tests
Die 13 besten von 1.344 Regelvarianten brachten in den Lernjahren im Schnitt +0,201 R, in den Folgejahren +0,049 R (Kapitel 7).

Mehr: Ist Trading Glücksspiel? So prüfst du, ob dein Ergebnis Zufall ist · Prüf es selbst: Glück oder Vorteil?

Profit-Faktor (PF)

Summe der Gewinne geteilt durch die Summe der Verluste: PF 1,00 ist null, darunter verliert die Strategie. Ein PF aus dem Backtest wird leicht überschätzt, weil die beste von vielen Varianten auch ohne Vorteil gut aussieht.

In unseren Tests
Hätte keine von 224 Varianten einen Vorteil, käme die beste bei rund 300 Trades trotzdem auf einen PF von etwa 1,3 (Kapitel 7).

Kommt vor in den Kapiteln: 1, 5, 7, 10, 12, 14, 16, 26 · Prüf es selbst: Glück oder Vorteil?

Trefferquote (Win Rate)

Der Anteil der Trades, die mit Gewinn schließen. Ohne die Größe von Gewinnen und Verlusten sagt sie wenig: Bei einem CRV von 1:2 reichen vor Kosten 33,3 % für null.

In unseren Tests
Im ORB-Test auf Gold brachte die Variante mit 49,7 % Gewinntrades im Schnitt −0,013 R, die mit 37,0 % dagegen +0,034 R (926 Sessions, Kapitel 10).

Kommt vor in den Kapiteln: 1, 5, 10, 26, 44, 45 · Prüf es selbst: Glück oder Vorteil?

Chance-Risiko-Verhältnis (CRV)

Abstand zum Ziel geteilt durch den Abstand zum Stop: 1:2 heißt, das Ziel liegt doppelt so weit weg wie der Stop. Die Trefferquote für null vor Kosten liegt bei 1 ÷ (1 + CRV).

In unseren Tests
In zwei Signalkanälen lagen die Ziele ungefähr alle 5 USD, also alle 0,3–0,5 R, bei einem Stop von 10–13 USD (Kapitel 45).

Verlustserie

Mehrere Verlusttrades hintereinander. Bei niedriger Trefferquote sind lange Serien normal; bevor du Regeln änderst, rechne nach, wie oft sie schon durch Zufall vorkommen.

In unseren Tests
Im Kanal mit 89 Signalen und 45 % Trefferquote umfasste die längste Verlustserie 15 Signale (Kapitel 45).

Kommt vor in den Kapiteln: 1, 44, 45 · Prüf es selbst: Glück oder Vorteil?

Drawdown

Der Rückgang des Kapitals vom Höchststand bis zum Tiefpunkt vor einem neuen Hoch, in Prozent oder in R. Die Historie zeigt nur eine Reihenfolge; dieselben Trades in zufälliger Reihenfolge ergeben oft einen tieferen Drawdown.

In unseren Tests
Im Carry-Test auf 28 Währungspaaren erreichte der Drawdown 37,6 % und dauerte von Juli 2007 bis Januar 2009 (Kapitel 38).

Kommt vor in den Kapiteln: 10, 38, 44, 45 · Prüf es selbst: Glück oder Vorteil?

t-Statistik

Das durchschnittliche Ergebnis geteilt durch seinen Zufallsfehler; in einem einzelnen Test gilt t ≈ 2 als Signifikanzgrenze. Prüfst du viele Varianten, überschreitet die beste 2 auch ohne jeden Vorteil.

In unseren Tests
Bei 224 Varianten je Instrument lag die beste t-Statistik zwischen 1,99 und 3,01, also ungefähr dort, wo sie schon der bloße Zufall erwarten ließ (Kapitel 7).

Kommt vor in den Kapiteln: 7, 54

p-Wert

Der Anteil der Zufallsziehungen, die ein mindestens so gutes Ergebnis wie das Signal liefern. Je näher an null, desto schwerer lässt sich das Ergebnis mit Zufall erklären; p = 0,20 heißt: Jedes fünfte Mal schafft es der Zufall.

In unseren Tests
Im Kanal mit 89 Signalen brachte eine zufällige Richtung in 20 % der Ziehungen ein mindestens ebenso gutes Ergebnis, also p = 0,20 (Kapitel 45).

Kommt vor in den Kapiteln: 5, 7, 12, 14, 16, 26, 38, 44

Wie viele Trades nötig sind

Die Zahl der Trades, ab der sich der Durchschnitt von null unterscheiden lässt. Grob gilt n ≈ (2 × SD ÷ Durchschnitt)², wobei SD die Streuung der Ergebnisse in R ist; ein kleiner Vorteil braucht Hunderte Trades.

Rechenbeispiel
Ein Durchschnitt von +0,1 R bei einer Streuung von 1,5 R ergibt (2 × 1,5 ÷ 0,1)² = 900 Trades, ein Durchschnitt von +0,2 R nur noch etwa 225.

Kommt vor in den Kapiteln: 45 · Prüf es selbst: Glück oder Vorteil?

Ergebnis ohne die besten Trades

Dasselbe Ergebnis nach dem Entfernen der 3 oder 5 besten Trades. Wechselt es dann das Vorzeichen, hängt die Strategie an wenigen Treffern, die sich nicht wiederholen müssen.

In unseren Tests
Eine nach dem Ergebnis ausgewählte Zelle kam im zuvor nicht angesehenen Jahr 2026 auf 49 Trades und PF 1,15, ohne die drei besten Trades aber nur auf 0,33 (Kapitel 16).

Kommt vor in den Kapiteln: 1, 5, 7, 10, 12, 16, 38, 44 · Prüf es selbst: Glück oder Vorteil?

Sharpe Ratio

Das durchschnittliche Jahresergebnis geteilt durch seine Volatilität; 0 bedeutet keinen Vorteil. Sie zeigt nicht, ob Verluste selten und gebündelt kommen, deshalb liest man sie zusammen mit dem Drawdown.

In unseren Tests
Die Carry-Strategie auf 28 Paaren hatte 2005–2026 einen Sharpe von 0,30 bei unserer Schwelle von 0,40 (1.133 Wochen, Kapitel 38).

Kommt vor in den Kapiteln: 7, 38, 54

Calmar Ratio

Der durchschnittliche Jahresgewinn geteilt durch den größten Drawdown. Er zeigt, wie viele Jahre Gewinn der schlechteste Zeitraum kostet: Calmar 0,33 sind etwa drei Jahre Aufholen.

In unseren Tests
Im Carry-Test bedeutete ein Calmar von 0,08 fast 13 Jahre Aufholen: 2,9 % Gewinn pro Jahr gegenüber einem Drawdown von 37,6 % (Kapitel 38).

Kommt vor in den Kapiteln: 38

Kosten

Spread

Die Differenz zwischen Kaufkurs (Ask) und Verkaufskurs (Bid), die bei jedem Trade anfällt. In historischen Daten wird er leicht unterschätzt; miss ihn an Ticks oder an deinen eigenen Trades.

In unseren Tests
Bei Gold lag der Median des Spreads aus 3,57 Mio. Ticks bei 0,09 USD, die bei den Kerzen gespeicherte Spread-Spalte zeigte 0,05 USD, also 56 % des realen Werts (Kapitel 10).

Kommt vor in den Kapiteln: 1, 5, 10, 12, 16, 26, 38, 44

Kontoaufschlag (Markup)

Der Aufschlag des Brokers über den Marktpreis, versteckt im Ein- und Ausstiegskurs und bei Positionen über Nacht auch im Swap. Die Tick-Historie enthält ihn nicht; die echten Kosten prüfst du an deinen eigenen Trades.

In unseren Tests
Bei Gold lagen die aus Ticks berechneten Kosten bei 0,09 USD, die realen Kosten einschließlich des Kontoaufschlags bei rund 0,19 USD (Kapitel 26).

Kommt vor in den Kapiteln: 7, 12, 14, 16, 26, 38, 45, 54

Swap

Gebühr oder Gutschrift für das Halten einer Position über Nacht, aus der Zinsdifferenz oder den Finanzierungskosten. Der Broker rechnet einen Aufschlag hinzu und berechnet einmal pro Woche (oft mittwochs) den dreifachen Swap für das Wochenende.

In unseren Tests
Aus den heutigen Swaps auf 28 Währungspaaren ergab sich, dass der Broker zwischen 0,59 und 2,14 % pro Jahr und Seite einbehält, Median 1,01 % (Kapitel 38).

Kommt vor in den Kapiteln: 7, 16, 38, 45

Slippage

Die Differenz zwischen dem erwarteten Kurs und dem Kurs, zu dem die Order tatsächlich ausgeführt wird. Sie wächst bei schnellen Bewegungen und um wichtige Daten; rechne Kosten aus solchen Momenten daher getrennt.

In unseren Tests
Im ORB-Test auf Gold setzten sich die Kosten von 0,13 USD pro Trade für Ein- und Ausstieg aus dem Median des Spreads von 0,09 USD plus Slippage zusammen (Kapitel 10).

Kommt vor in den Kapiteln: 10, 12, 26

Kosten in Prozent des Risikos

Die Kosten eines Trades geteilt durch den Abstand zum Stop, also die Kosten in R. Bei Kosten von 8 % R muss eine Strategie vor Kosten mehr als 0,08 R pro Trade verdienen, um auf null zu kommen.

In unseren Tests
Auf Bitcoin fraß allein der Spread ein Fünftel bis ein Viertel des Risikos auf, deshalb kamen selbst Zufallseinstiege auf etwa −0,25 R pro Trade (Kapitel 5).

Kommt vor in den Kapiteln: 5, 12, 14

ATR (durchschnittliche Spanne)

Die durchschnittliche Spanne einer Kerze, meist über die letzten 14 (Average True Range), also ein Maß für die Volatilität in Kurspunkten. Stops, Ziele und Kosten in ATR lassen sich zwischen Instrumenten und Jahren vergleichen.

In unseren Tests
In den Niveau-Tests lag der Stop 1 ATR hinter dem Niveau, und Niveaus kamen nur bis 2 ATR vom Kurs in Frage, so lief dieselbe Regel auf Gold, Indizes und USD/JPY (Kapitel 14).

Kommt vor in den Kapiteln: 7, 10, 12, 14, 16, 26, 44, 54

Risiko und Prop-Limits

Positionsgröße aus dem Risiko

Die Lotgröße folgt aus dem Risiko: Lot = Risikobetrag ÷ Verlust eines Lots am Stop. Dann ist jedes 1 R derselbe Prozentsatz des Kontos, und ein Drawdown in R lässt sich leicht in Prozent umrechnen.

In unseren Tests
Im ORB-Test bedeutete ein Drawdown von 40–64 R aus der Simulation bei einem Risiko von 0,5 % pro Trade einen Verlust von 20–32 % des Kapitals (Kapitel 10).

Kommt vor in den Kapiteln: 38, 44 · Prüf es selbst: Challenge-Rechner

Tägliches Verlustlimit

Der höchste Verlust, den eine Prop-Firma an einem Tag erlaubt, meist ein Prozentsatz des Kontos. Entscheidend sind die Details: wovon er gemessen wird (Startkapital, Kontostand oder Equity zu Tagesbeginn) und wann der Tag neu beginnt.

Rechenbeispiel
Konto 100.000, Limit 5 %, Kontostand zu Tagesbeginn 110.000. Vom Kontostand gerechnet darfst du heute bis 104.500 fallen, vom Startkapital gerechnet bis 105.000.

Mehr: Tagesverlustlimit (Daily Drawdown): vom Kontostand oder vom Startkapital, und wann ist der Reset? · Prüf es selbst: Firmenvergleich

Gesamtverlustlimit

Der tiefste Kontostand, unterhalb dessen die Prop-Firma die Challenge oder das Konto beendet, meist ein Prozentsatz des Startkapitals. Er kann statisch sein oder dem höchsten Kontostand nachziehen.

In unseren Tests
Eine einzige schlechte Carry-Woche aus dem Jahr 2007, −9,3 % bei 0,5 % Risiko pro Position, hätte fast das gesamte übliche Drawdown-Limit einer Challenge aufgezehrt (Kapitel 38).

Kommt vor in den Kapiteln: 38 · Prüf es selbst: Challenge-Rechner

Trailing Drawdown (nachziehendes Limit)

Ein Gesamtverlustlimit, das dem höchsten Kontostand nach oben folgt (zum Tagesschluss oder im Tagesverlauf), statt fest zu stehen. Dasselbe Ergebnis kann daher ein statisches Limit einhalten und ein nachziehendes reißen.

Rechenbeispiel
Konto 100.000 und Limit 6.000. Steigt der Kontostand zum Tagesschluss auf 104.000, wandert die Grenze des nachziehenden Limits von 94.000 auf 98.000, ein statisches Limit bleibt bei 94.000.

Mehr: Was ist ein Trailing Drawdown? EOD und Intraday erklärt · Prüf es selbst: Challenge-Rechner

Tagesreset

Der Zeitpunkt, ab dem die Prop-Firma für das Tageslimit einen neuen Tag zählt, meist Mitternacht Serverzeit oder eine feste Uhrzeit in der Zeitzone der Firma. Deine Ortszeit für den Reset kann sich mit der Zeitumstellung verschieben.

In unseren Tests
Für einen Trader in Mitteleuropa beträgt der Abstand zwischen Serveruhr und Ortszeit während 3–4 Wochen im Jahr zwei Stunden statt einer (Kapitel 2).

Kontostand und Equity

Der Kontostand (Balance) enthält nur geschlossene Trades, die Equity zusätzlich den Stand offener Positionen. Ein Limit auf Equity-Basis zählt den schwebenden Verlust, bevor du die Position schließt.

Rechenbeispiel
Kontostand 100.000 und eine offene Position mit −1.500 ergeben eine Equity von 98.500; ein Limit auf Equity-Basis zählt diesen Verlust, bevor du die Position schließt.

Prüf es selbst: Firmenvergleich

Konsistenzregel

Eine Regel der Prop-Firma, nach der der beste Tag höchstens einen festen Anteil am Gesamtgewinn haben darf. Ein einzelner sehr guter Tag kann die Challenge daher verlängern statt verkürzen.

Rechenbeispiel
Gewinn 10.000 und eine 40-%-Regel. Der beste Tag darf höchstens 4.000 bringen; nach einem Tag mit +5.000 muss der Gesamtgewinn auf 12.500 wachsen.

Prüf es selbst: Challenge-Rechner

Backtest und Fehler

Look-ahead-Bias (Blick in die Zukunft)

Ein Backtest-Fehler, bei dem die Entscheidung Informationen nutzt, die es zu diesem Zeitpunkt noch nicht gab, etwa den Schluss der laufenden Tageskerze. Er schönt das Ergebnis, deshalb sucht kaum jemand danach.

In unseren Tests
Auf dem Tageschart nahm der Backtest in 98,3 % der Entscheidungen (17.783 von 18.085) eine andere Kerze als die letzte geschlossene, das hob den PF von 1,03 auf 1,29 (Kapitel 1).

Kommt vor in den Kapiteln: 1, 5, 10

Repainting

Der Indikator ändert oder löscht Signale rückwirkend, deshalb sieht die Historie im Chart besser aus als das, was live zu sehen war. Bewerten muss man, was im Moment der Entscheidung sichtbar ist, nicht am Abend.

In unseren Tests
Dieselben Pfeil-Signale ergaben auf der gespeicherten Historie PF 1,33 und auf echten Ticks PF 0,54 (1.293 Einstiege, Kapitel 5).

Kommt vor in den Kapiteln: 5

Overfitting (Preis der Auswahl)

Die Überschätzung der besten von vielen geprüften Varianten: Wer die beste wählt, wählt vor allem die mit dem meisten Glück. Jeder nachträglich hinzugefügte Filter ist eine weitere Variante in dieser Suche.

In unseren Tests
Die 13 besten von 1.344 Varianten brachten in der Lernstichprobe im Schnitt +0,201 R, in der Prüfstichprobe +0,049 R, also rund drei Viertel weniger (Kapitel 7).

Kommt vor in den Kapiteln: 7, 26

Lern- und Prüfstichprobe (In-Sample / Out-of-Sample)

Die Daten werden vorab geteilt: In der Lernstichprobe suchst du die Regel, die von Anfang an beiseitegelegte Prüfstichprobe öffnest du einmal und ohne Korrekturen. Eine Korrektur danach macht sie zur nächsten Lernstichprobe.

In unseren Tests
Um einen Sharpe bei p < 0,05 von null zu unterscheiden, genügen bei 21 Jahren Daten etwa 0,36, bei 7,7 Jahren Prüfstichprobe wären 0,59 nötig (Kapitel 38).

Kommt vor in den Kapiteln: 2, 5, 7, 10, 12, 14, 16, 26

Placebo (Zufallseinstiege)

Dasselbe Verfahren zu Zeitpunkten, an denen die untersuchte Ursache fehlt, etwa Zufallseinstiege mit demselben Stop und Ziel. Schneidet das Placebo ähnlich ab, machen Geometrie und Kosten das Ergebnis, nicht das Signal.

In unseren Tests
Die Pfeile brachten −0,298 R pro Trade, Zufallseinstiege zu denselben Uhrzeiten −0,246 R, das Signal war also schlechter als der Zufall (1.293 Einstiege, Kapitel 5).

Kommt vor in den Kapiteln: 2, 5, 10, 12, 14, 16, 26, 38

Permutationstest

Ein Test, der Etiketten (etwa die Richtung ganzer Tage) viele Male zufällig vertauscht oder umdreht und zählt, wie oft der Zufall mindestens so gut abschneidet. Ziehungen in Blöcken erhalten die Abhängigkeiten innerhalb eines Tages.

In unseren Tests
Für die Pfeile ergab eine Permutation in Tagesblöcken (2.000 Ziehungen) p = 1,00: Zufällig umgedrehte Richtungen ganzer Tage schnitten mindestens ebenso gut ab (Kapitel 5).

Kommt vor in den Kapiteln: 5, 10, 12, 16, 26

Korrektur für multiples Testen (FDR)

Eine Korrektur dafür, dass bei vielen gleichzeitigen Tests ein Teil zufällig „signifikant“ ausfällt. Das Benjamini-Hochberg-Verfahren senkt die p-Schwelle so, dass der Anteil falscher Entdeckungen (FDR) kontrolliert bleibt.

In unseren Tests
Die beste von 12 Zellen hatte p = 0,079 vor der Korrektur und p = 0,94 nach der Korrektur für 12 Tests (Kapitel 16).

Kommt vor in den Kapiteln: 1, 7, 10, 12, 14, 16, 26, 38

Abschneidetest

Eine Kontrolle gegen den Blick in die Zukunft: Du schneidest die Daten genau zum Entscheidungszeitpunkt ab, berechnest die Indikatoren neu und vergleichst sie mit den Werten aus den vollständigen Daten. Jede Abweichung heißt, dass die vollen Daten etwas verraten.

In unseren Tests
Im automatischen Abschneidetest waren 227 Signale × 44 Merkmale auf vollständigen und auf abgeschnittenen Daten identisch (Kapitel 1).

Kommt vor in den Kapiteln: 1, 7, 16

Broker-Uhr (Serverzeit)

Die Uhrzeit an den Kerzen ist die Zeit des Broker-Servers, so gespeichert, als wäre sie UTC. Bei unserem Broker gilt New York + 7 Stunden, mit Zeitumstellung nach US-Kalender.

In unseren Tests
Als wir die Serverzeit für UTC hielten, ergab die New Yorker Session in sechs Jahren 3 Trades, das Placebo 127 (Kapitel 2).

Kommt vor in den Kapiteln: 2, 10, 16, 45

Benchmark „immer kaufen“

Die einfache Alternative, die eine Strategie bei gleichem Risiko schlagen muss: zu denselben Zeitpunkten kaufen und halten. In einem steigenden Markt „funktionieren“ viele Regeln nur, weil sie kaufen.

In unseren Tests
Die beste Bitcoin-Regel brachte 2023–2025 auf 1.008 Trades +248 R, weniger als die +261 R von „immer kaufen“ zu denselben Zeitpunkten (Kapitel 7).

Kommt vor in den Kapiteln: 7, 16, 54

Survivorship Bias

Die Verzerrung, wenn du nur siehst, was überlebt hat: stehen gebliebene Pfeile, noch existierende Signale, nicht gelöschte Nachrichten. Verschwundene Misserfolge schönen ein Bild, das sich nicht wiederholen lässt.

In unseren Tests
Im Kanal mit 37 Signalen fehlten mehr als 90 % der Nachrichtennummern, die sichtbare Historie war also eine Auswahl des Signalgebers (Kapitel 45).

Kommt vor in den Kapiteln: 5, 44, 45

Orders

Stop-Loss

Eine Order, die die Position mit Verlust schließt, wenn der Kurs ein festgelegtes Niveau erreicht. Der Abstand zum Stop bestimmt 1 R; ohne Stop lässt sich kein Ergebnis in R berechnen.

In unseren Tests
Im ersten Kanal hatten 800 Nachrichten Richtung und Kurs, aber keinen Stop; wir haben sie weggelassen, weil ein Kopierer nicht wüsste, wo er ihn setzen soll (Kapitel 45).

Kommt vor in den Kapiteln: 44 · Prüf es selbst: Trading-Tagebuch

Take-Profit (Ziel)

Eine Order, die die Position mit Gewinn an einem festgelegten Niveau (Ziel) schließt. Zähle, wie oft das Ziel wirklich erreicht wird: Ein selten getroffenes Ziel macht aus der Strategie einen Ausstieg zu einer festen Uhrzeit.

In unseren Tests
Das Ziel von 5 R wurde in London in 29 von 926 Sessions erreicht (3,1 %), in New York in keiner von 938 (Kapitel 10).

Kommt vor in den Kapiteln: 7, 10, 12, 14, 26, 54

Limit-Order

Eine wartende Order, die unter dem aktuellen Kurs kauft oder darüber verkauft und ausgeführt wird, wenn der Kurs sie erreicht. Sie wird bevorzugt dann ausgeführt, wenn der Markt gegen dich läuft.

In unseren Tests
Auf acht Instrumenten schnitt die Limit-Order am Niveau in Trendrichtung in 9 von 11 Vergleichen schlechter ab als der Einstieg zum Marktpreis (Kapitel 14).

Kommt vor in den Kapiteln: 12, 14, 16, 45

Market-Order

Eine Order, die sofort zum aktuellen Kurs ausgeführt wird: Kauf zum Ask, Verkauf zum Bid. Sie ist der natürliche Vergleichsmaßstab für Limit-Orders zu denselben Zeitpunkten.

In unseren Tests
In den Niveau-Tests schnitt der Einstieg zum Marktpreis zu denselben Zeitpunkten in 9 von 11 Vergleichen besser ab als die Limit-Order, hatte aber selbst auch keinen Vorteil (Kapitel 14).

Kommt vor in den Kapiteln: 7, 12, 14, 16, 45, 54

Stop-Order (Buy-Stop / Sell-Stop)

Eine wartende Order, die über dem aktuellen Kurs kauft (Buy-Stop) oder darunter verkauft (Sell-Stop); erreicht der Kurs sie, wird sie zur Market-Order. Sie dient dem Einstieg beim Ausbruch und arbeitet auch als Stop-Loss.

Rechenbeispiel
Kurs 2.000 und Buy-Stop bei 2.005. Erreicht der Kurs 2.005, wird daraus ein Kauf zum Marktpreis, der bei schneller Bewegung etwa zu 2.005,40 ausgeführt wird.

Kommt vor in den Kapiteln: 12

Trailing-Stop

Ein Stop, der dem Kurs in festem Abstand folgt, etwa 1 ATR, und sich nur in Gewinnrichtung bewegt. Er macht große Verluste kleiner, schneidet aber auch einen Teil der großen Bewegungen ab.

In unseren Tests
Im ORB-Test senkte der Trailing-Stop den Durchschnitt in beiden Sessions, in New York etwa auf −0,022 R gegenüber +0,006 R mit Ziel 5 R (938 Sessions, Kapitel 10).

Kommt vor in den Kapiteln: 10

Break-even (Stop auf Einstand)

Das Verschieben des Stops auf den Einstiegskurs, meist nach einem Gewinn von 1 R. Es verhindert, dass aus Gewinn Verlust wird, schließt aber manche Trades bei null kurz vor der weiteren Bewegung.

In unseren Tests
Im ORB-Test schloss der auf den Einstieg gesetzte oder nachgezogene Stop in London 450 von 926 Positionen (Kapitel 10).

Kommt vor in den Kapiteln: 10, 12, 14

Kurslücke (Gap)

Ein Kurssprung ohne Notierungen dazwischen, etwa nach dem Wochenende oder einer Notenbankentscheidung. Der Stop wird dann zum ersten verfügbaren Kurs ausgeführt, der Verlust kann ein Mehrfaches von 1 R betragen.

In unseren Tests
Im Carry-Test schützte ein Stop auf Tagesschlussbasis nicht vor einer Kurslücke: Die schlechteste einzelne Position verlor 6,8 R (Kapitel 38).

Kommt vor in den Kapiteln: 16, 38